Verfasst von: nickwimmer | 25. Juni 2017

Was ist deutscher – T wie Tischsitten oder T wie THEATER?


Was ist deutscher – L wie Lokalzeitung oder L wie LITERATUR? Was ist deutscher – wie Klatsch und Tratsch oder K wie KUNST?   Letzten Donnerstag lag in meinem Briefkasten die BILD 22.Juni 2017 Fünfundsechzig Jahre! mit der halbseitigen Schlagzeile „LUST AUF DEUTSCHLAND“. Auf der Seite 2 „buchstabiert Bundeskanzlerin Angela Merkel unser Land WAS IST DEUTSCH?“
Für alle, die den ORBITER BLOG lesen, aber die BILD aus dem  Briefkasten sofort in der Papiertonne entsorgten, hier von mir aus der Papiertonne hervorgeholt und in einer übersichtlichen Lesefassung dargeboten Kanzlerin Merkels DEUTSCH – Alphabet. Eine sehr mittige kleinbürgerliche Zusammenstellung, aber zwischendrin so ein  wesentlicher Identifikations-Kern („Gesicht zeigen gegen Hass und Diskriminierung“). Mir wird dabei  zu viel gefuttert,  anderen  ist genau das aber ganz wichtig, so ist das in einer pluralistischen Gesellschaft, in der ja niemand vom Fleisch fallen soll. Da darf das deutsche Frühstücksei nicht fehlen und auch nicht die Lokalzeitung am Frühstückstisch für jemand, der lokal denken will und global handeln soll – am  Frühstückstisch, nicht auf  dem Frühstückstisch, das gebieten die deutschen Tischsitten.  Aber warum von bis  keine KUNST, keine LITERATUR, kein THEATER ?  „Wagner in BaYreuth“ giltet nicht, da geht’s um deutsche Freikarten für’s Dabeisein.

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. . . . einesichfortschleppendepegidaversammlung > ###NO Tal > Isartor > Thomas Wimmer Ring > Maximilianstraße > Max Joseph Platz > Residenzstraße > Dienerstraße > Marienplatz 24Uhr.

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Photocollage: nickwimmer 24.Juni 2017  Orbiter-Blog by nickwimmer  571.   24/06/17


„. . . sonst würde es ja die alten nicht ständig aufführen ! Das Theater sehnt sich vermutlich sogar nach den „sechs Elementen“ des ARISTOTELES  – „Handlung und Dramatische Situationen“, „Charaktere“, „Rede“, „Gedanke“, „Schau und Szenerie“ und „Gesang und Musik“ – sonst würde es ja nicht aus lauter Verlegenheit ständig Filme oder Romane adaptieren oder sogar zum Dokumentartheater der Sechzigerjahre zurückkehren. U n d  d a s  T h e a t e r  s e h n t  s i c h  n a c h  Figuren ,nach Charakterenr! Denn wo sollten denn all die wundervollen Heerscharen an Schauspielern hin, die in diesem Land so zahlreich an Theatern engagiert sind, wie in keinem anderen Land der Welt? Sollten sie alle in die Live-Performance, in die Installation, ins Posttheater, alle entpersonalisiert und ihrer eigentlichen Gaben beraubt?…… Ich glaube hingegen, mit Verlaub, dass Menschen im Drama noch darstellbar sind. Und dass die Welt keinesfalls jener postdramatischen Prämisse entspricht, sondern im Gegenteil: Sie wird immer antagonistischer, radikaler, gespaltener, auch verrückter, irrsinniger. Wieso sollte das nicht erzählbar sein? Diese Welt entzieht sicht nicht der Welt des Dramas, nein, sie entspricht ihr!   Und genau deshalb wird es umgekehrt ein Postdramentheater auf lange Sicht kaum geben könnnen, denn solange  S c h a u s p i e l e r * i n n e n  auftreten, treten Menschen auf, Biografien, Künstler,  d e r e n  g r ö ß t e  G a b e  die Nachahmung des Erlebten und die Verwandlung ist . . . . Ein Theater ohne Autoren, ohne Stücke, ohne Geschichten und dramatische Situationen, das wird nicht nur irgendwann die Schauspieler verlieren, sondern ganz bestimmt auch die Zuschauer. Die sind nämlich keine „Postmenschen“, die Zuschauer kommen wirklich aus Fleisch und Blut an die Abendkasse“  U N D   wollen unbedingt noch einmal in der SCHAUBURG diese wunderbaren  Theaterproduktionen  sehen, abends um 19:30 Uhr :  LA STRADA  (Mi 21.)  FAHRENHEIT 451 (So 25.)  20.000 MEILEN UNTER DEN MEEREN (Di 27.)  DER AUFSATZ (Do 29.) und zum allerletzten Mal am Freitag 30. Juni 19:30 Uhr PEER BOYSENS  geniale, hinreißende Hommage an die beiden Schauburg-Theatermenschen DAGMAR SCHMIDT und GEORGE PODT  mit allen sechs Elementen des alten Aristoteles, mit diesen ganz wundervollen Schauspieler * innen Markus Campana, Nick-Robin Dietrich, Nicholas Reinke, Lucca Züchner und Regina Speiseder, mit den  zwei Tonkünstlern/Sounddesignern/Musikmagiern Greulix Schrank und Taison Heiß und mit dem Münchner Frauenchor

2_8.jpgRegina Speiseder (in der Rolle der Sybille van Achteren), Nicholas Reinke ( = Richter van Rotenboom), Markus Campana (= Erasmus Vanderdecken), Nick-Robin Dietrich (= Willem Vanderdecken) und Lucca Züchner (in der Rolle der Marlene Mühlheim)

1_5.jpgNick-Robin Dietrich, Nicholas Reinke, Markus Campana, Regina Speiseder, Lucca Züchner

Photos: George Podt

*Moritz Rinke , geboren 1967 in Worpswede, ist Schriftsteller und Dramatiker. Er leitet von der kommenden Spielzeit an das Autorenprogramm des BERLINER ENSEMBLES

TEXT: Süddeutsche Zeitung 21.Juni 2017, FEUILLETON S.9

 

Verfasst von: nickwimmer | 17. Juni 2017

. . . immer noch, mitten in unserer Stadt


Du sag mal, die gibt’s doch gar nicht mehr . . . . oder . . hetzen die immer noch?“     Die hetzen immer noch, mitten in unserer Stadt.

IMG_20170616_0003.jpgGrafik: nickwimmer 17 / 06 / 2017


IMG_20170605_0001.jpgGrafik: Günter Mattei

IMG_20170606_0005.jpgGrafik: Günter Mattei

…..und vor der Premiere am Montag 12. Stachus, Dienstag 13. Marienplatz und Mittwoch 14. Neuhauserstraße 8 jeweils 15-18Uhr stationär das, was von pegida jetzt noch übrig ist:

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Grafik: nickwimmer 13. Juni 2017


In seinem Kommentar zu den Nürnberger Schülerprotesten gegen die versuchte Abschiebung des 20jährigen Asef N. am vergangenen Mittwoch aus dem Unterricht heraus nach Afghanistan, zu dem dazu von höchster Stelle angeordneten massiven Polizeieinsatz und zu dem am Donnerstag von der Bundesregierung beschlossenen Abschiebe-Stopp nach Afghanistan schreibt Joachim Käppner: „. . . Gesetzestreue kann nicht bedeuten, dass der Bürger jede Maßnahme der Exekutive sofort widerspruchslos akzeptiert, vor allem wenn sie so unsensibel und aus politisch so durchsichtigen Absichten heraus erfolgt wie in Nürnberg geschehen. Die Idee, den Schüler durch die Polizei aus dem Unterricht herauszerren zu lassen, diente ja weniger einer konsequenten Durchsetzung des Rechtsstaates, auf die sich die Staatsregierung beruft, sondern sollte offenbar demonstrieren, wie rigoros sie ihre Abschiebepolitik durchsetzt. Das Signal ist auch angekommen, allerdings nicht mit der Wirkung, die sich seine Urheber gewünscht hatten. Wieder einmal zeigt sich, dass die oft beklagte politische Apathie „der Jugend“ eher eine Legende ist. Viele junge Menschen besitzen ein starkes Gerechtigkeitsgefühlt und sind durchaus bereit, sich zu engagieren, wenn auch lieber konkret für Menschen und Projekte und weniger in politischen Parteien. UND ES IST FÜR EIN GEMEINWESEN ALLEMAL BESSER, WENN SIE MITDENKEN UND IHREM GEWISSEN FOLGEN, statt wie brave Untertanen einer Ausweisung zuzusehen,  f ü r   d i e   d a n n   s c h o n   a m   n ä c h s t e n   T a g   d i e   R e c h t s g r u n d l a g e   e n t f i e l , weil die Bundesregierung einen Abschiebstopp nach Afghanistan beschloss. Zivilcouage kann für den Rechtsstaat lästig sein, wenn sie sich gegen seine Vertreter richtet. Und doch lebt eine souveräne Demokratie vom Mut ihrer Bürger, für ihre Werte einzustehen.“

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Photos+Collage: nickwimmer 03/06/2017

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