…Gespräch mit Roswitha Budeus-Budde heute auf der KINDER- UND JUGENDLITERATUR Seite der SZ 30.September 2016 S.16 auf die Frage: „Die niederländische und flämische Kinder- und Jugendliteratur unterscheidet sich von der deutschen. Hat die Gesellschaft einen anderen Blick auf Kindheit?“ Und Bart Moeyaert (*1964 in Brügge. Autor und Dozent für Creative Writing an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten in Antwerpen. Bei der Frankfurter Buchmesse 2016 ist er der künstlerische Leiter der Ehrengast-Präsentation Flandern & die Niederlande unter dem Motto „Dit is wat we delen“ = ‚Dies ist, was wir teilen‘) antwortet: „Es gibt eine größere Offenheit, die Literatur ist vorwitziger und frecher, weil man die Kinder ernst nimmt, sie auch zum Nachdenken bringen will, denn das gehört zum Aufwachsen. So leben wir, so schreiben wir, so zeichnen wir.“ Und auf die merkwürdige Frage: „In Deutschland bekommen wir natürlich nur die literarischen Highlights aus den Niederlanden, wie steht es mit der pädagogischen Belehrung in der Gesamtliteratur?“ antwortet Bart Moeyaert mit dieser wunderbar neugierigen Gelassenheit („…weil sie dem weiten Horizont des Meeres entspricht…“):         „B o t s c h a f t e n   s i n d   w a s   f ü r   d i e   W e r b u n g   i m   S u p e r m a r k t , sagten mir schon früh meine Autorenfreunde. Es gibt natürlich immer noch solche Bücher, aber es sind nicht mehr wirklich die Ideen, die die Kinder- und Jugendbuchautoren heute haben.“

Und hier zwei im Carl Hanser Verlag erschienene Bücher Bart Moeyaerts in der Übersetzung von Mirjam Pressler und mit Bildern von Rotraut Susanne Berner, DU BIST DA, DU BIST FORT  (Amsterdam 2008, München 2010) und MUT FÜR DREI ( Amsterdam 2007, München 2008)

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…auf den beiden Alben Im Vertrauen (BLUE NOTE 2014) und Über und Unter (BLUE NOTE 2016). Ein aufregendes, ein hinreißendes, ein begeisternd risikofreudiges Jazz-Konzert dieses jungen Trios der Berliner Pianistin und Komponistin JULIA KADEL (*1986), des Bassisten KARL-ERIK ENKELMANN (*1987) und des Schlagzeugers STEFFEN ROTH (*1989). In zwei Monaten kommen die drei nochmal nach München. Termin frei halten für dieses Konzert.  Unbedingt !

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Verfasst von: nickwimmer | 24. September 2016

Am 26. September 2016 vor sechsunddreißig Jahren…


…wurde abends um 22:19 Uhr am Haupteingang zum Oktoberfest eine Rohrbombe gezündet. Durch die verheerende Explosion wurden 12 Menschen und der mutmaßliche Bombenleger getötet, 211 Menschen wurden verletzt, davon 68 schwer. Bis heute ist dieses Attentat am 26. September 1980 eines jungen Mannes aus dem rechtsextremistischen  Milieu der BRD nicht wirklich aufgeklärt. Der Münchner Journalist Ulrich Chaussy ( Oktoberfest – Das Attentat. Wie die Verdrängung des Rechtsterrors begann. Berlin 2014) hat mit seinen Recherchen u.a. bewirkt, dass die für abgeschlossen erklärten und eingestellten Ermittlungen wiederaufgenommen worden sind, gegen große Widerstände.

Und für den  Montagabend 26. September 2016 hat   p.e.g.i.d.a.   die nächste  w.i.d.e.r.w.ä.r.t.i.g.e.  Hetze-und-Hass-Kundgebung angekündigt, stationär am Stachus um 19 Uhr, mit Marsch auf der Sonnenstraße hin zum Sendlinger Tor Platz und wieder zurück zum Stachus.

IMG_20160924_0005.jpgCollage: nickwimmer 24september2016


….genau hinzuschauen“, schreibt JENS BISKY in einem hochinteressanten, wesentlichen Artikel ‚Die Angst davor, von Hass zu reden – Kann man AfD oder Pegida mit Bedrohungsgefühlen erklären‘ (SZ 22.September 2016, Seite 11) und fährt fort :“Weder die Aktivisten der Identitären Bewegung, noch die öffentlichen Figuren der Partei, die das „V.ö.l.k.i.s.c.h.e“ wiederbeleben will, wirken verunsichert, ratlos. Die P.e.g.i.d.a.-S.p.a.z.i.e.r.g.ä.n.g.e.r. haben nicht Ängste artikuliert, sondern die Machtfrage gestellt……Nicht Verunsicherung, sondern die Gewissheit, im Besitz der Wahrheit zu sein, zeichnet Populisten aus. Diese Festigkeit fasziniert viele. Sie ist mit Hass auf die Eliten verbunden. Die Elitenverachtung und das Versprechen, mit ihnen abzurechnen, tragen wahrscheinlich am meisten zur Mobilisierung bei. Statt von Ängsten wäre von Zorn und Hass zu reden.“

Und dazu gestern in der TAZ. Die Tageszeitung  22.September 2016, Seite 12 der Teil Zwei der AFD Serie von Sabine am Orde, der innenpolitischen Korrespondentin der taz „Diese komplizierte Welt – Viele Wähler der AfD sind gebildet, gut situiert -und wähnen sich im Kulturkampf gegen Muslime. Schwule, Feministinnen“ :

„…..Deutschland vollzieht nach, was sich in anderen europäischen Ländern  wie Österreich, Frankreich oder den Niederlanden längst abgespielt hat. Die dortige Erfahrung und viele Studien zeigen: Nicht nur das Prekariat ist anfällig für rassistische, nationalistische und völkische Parolen. Rechtspopulistische Einstellungen finden in allen gesellschaftlichen Gruppen Zuspruch. Bislang haben die anderen Parteien einen Teil der AnhängerInnen eingehegt, jetzt finden sie bei der AfD eine politische Heimat….. Das heißt: Um den Rechstpopulisten das Wasser abzugraben, braucht es weit mehr als  gute Sozialpolitik. Der Kampf um eine weltoffene und liberale Gesellschaft muss offensiv geführt werden – überall und ganz direkt. Das gilt für die Politik, aber auch für Debatten am Arbeitsplatz und unter Freunden, in der U-Bahn und an der Kasse im Supermarkt…. Dieser Kampf muss wirklich noch einmal gewonnen werden.“

 

 

Verfasst von: nickwimmer | 22. September 2016

„Kunst gibt nicht…….


…..das Sichtbare wieder,  s o n d e r n   m a c h t   s i c h t b a r „.

Diesen Satz von PAUL KLEE  heute gesehen überm Tisch an der Wand des Cafes im Franz Marc Museum in Kochel. Die ganz neue Ausstellung „Franz Marc – Zwischen Utopie und Apokalypse Kämpfende Formen“ zusammen mit Michaela Melians Installation „Heimweh“ ist bis 15. Januar 2017 zu sehen. Kochel ist von München dreiundsechzig Kilometer entfernt, ein kurzer Herbstausflug lohnt sich unbedingt.

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Verfasst von: nickwimmer | 18. September 2016

„…und die eine oder andere bemerkenswerte Bühne. …“


„Zu keiner anderen Zeit kommen soviele Leute nach München wie in der zweiten Septemberhälfte jedes Jahres. Für sehr viele Menschen, die nicht in München leben, bestimmen zwei Phänomene das Bild, das sie sich von München machen: Einerseits ist es das Oktoberfest, andererseits die gerade zu Oktoberfestzeiten noch mutwilliger bavarisierte Fußballmannschaft des FC Bayern…Einen Münchner allerdings, der nicht zur Mia-san-mia-Fraktion gehört, aber ein liberaler Isarpatriot ist, muss es da eigentlich schaudern“, schreibt Kurt Kister in seinem Leitartikel „Drei Mass Freiheit“ in der SZ vom Wochenende 17./18.September 2016 und fährt fort: „Das Image der Stadt wird vom demonstrativ ausgebreiteten Erfolg bestimmt – das größte Fest, die meisten Tore, die teuersten Mieten. Die Stadt steht weltweit in dem Ruf, eine protzige Bier- und-Spiele-Metropole zu sein.                                                                                                                                                        Das ist ungerecht, gewiss. München ist Heimat bedeutender Firmen, verfügt über Universitäten von großer Reputation, hat wunderbare Orchester und die eine oder andere bemerkenswerte  B ü h n e*…… Man kann, wenn man sich sehr bemüht, auch eine Art intellektuelles Leben finden in München…..Auf jeden Fall gibt es in München einen sehr entwickelten  B ü r g e r s i n n** . Der war nicht nur in den Monaten des Flüchtlingstrecks zu besichtigen. Er führt auch dazu, dass Rechtsradikale in dieser Stadt marginalisiert sind….“

*  die eine oder die andere bemerkenswerte  B ü h n e  = die  S c h a u B u r g  und ….…..                        **  B ü r g e r s i n n = #NOp.e.g.i.d.a.  und    MÜNCHNER FREIWILLIGE WIR HELFEN
und viele mehr in dieser Stadt………………………..

 

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