Die erste der drei Performances am Samstagabend habe ich nicht gesehen, in der zwei erfahrene Münchner Tanzkritikerinnen nichts sahen, was in ihren Augen auch nur irgendwie mit der William-Forsythe-Choreographien-Messlatte hätte gemessen werden können. Ich habe für die zweite Performance am Sonntagnachmittag nach der großen bunten EIN EUROPA FÜR ALLE DEMO zum Glück noch eine Karte bekommen und war gebannt, gepackt, hin und weg, fasziniert von diesen enormen TanzBewegungsStimmenLiveMusikPerformanceEnergien der neun Performer*Innen = zwei Tänzerinnen Breeanne Saxton und Eden Solomon,zwei Tänzer Nicholas Garlo und Joseph Picciotto, der Schaupsieler Philip Dechamps, die Kontrabassistin Julia Hornung und die drei Kontrabassisten Nils Kugelmann, Luis Gómez Santos und Maximilian Hirning, der die Musik auch komponiert hat. Die Texte stammten von dem deutschschweizer multimedialen Künstler Dieter Roth (geboren 1930 in Hannover, gestorben 1998 in Basel). LEITUNG & CHOREOGRAPHIE dieser „collaborate creation“, dieses Gesamtkunstwerks, die junge kanadische TÄNZERIN und CHOREOGRAPHIN JASMINE ELLIS

Jasmine Ellis by courtesy of Tanzbüro München.png
Jasmine Ellis. Photo by courtesy of Tanzbüro München

rd_190505_toniislonely_2358
Die neun Performer*innen in TONI IS LONELY. Photo by courtesy of DANCE 2019

P.S.
Im Juli 2015 habe ich Jasmine Ellis zum ersten Mal gesehen, als Tänzerin der Tanzcompagnie der israelischen Choreographin Saar Magal, die vor vier Jahren bei den Münchner Opernfestspielen gastierte mit der Produktion „JEPHTA’s DAUGHTER“. Ich habe damals darüber in meinem Blog am 9.Juli 2015 geschrieben, auch über eine zweite Aufführung.

Werbeanzeigen

Eine Woche vor den Wahlen zum Europäischen Parlament:

IMG_20190516_0004.jpg
Grafik: Nick Wimmer

IMG_20190516_0003.jpg

IMG_20190516_0002.jpg


„…sowohl regulativ als auch diskursiv, indem sie durch Debatten dafür sorgen, dass der Bürger nicht mehr der Bewegte seiner Daten, sondern seiner Überzeugungen ist“.
Hier der leicht gekürzte Text, hochinteressant, hochpolitisch, klug.

IMG_20190515_0001.jpg
IMG_20190515_0002.jpg
IMG_20190515_0003.jpg


Wenn das Gymnasium zur weiterführenden Schule der Mehrheit wird, dann gibt es zwar zugleich mehr Abbrecher und Durchfaller, aber es wird auch leichter gemacht, gute Noten zu bekommen,weil die Anforderungen sinken. . .Wenn aber der Zugang zu Gymnasium und Abitur weiter erleichtert wird . . .wenn am Ende fast alle das Abitur kriegen . . .dann findet die Selektion an anderer Stelle statt. . .“

Alle fünf Jahre erfasst ein apokalyptischer Schauer Johan Schloemann angesichts des scheinbar unaufhaltsamen Untergangs des Gymnasiums,“eine ehemalige Eliteneinrichtung“, damals, als die Welt noch in Ordnung war.
Vor fünf Jahren habe ich ihn gefragt:

IMG_20190512_0001.jpg

Und das sind die neuesten verfügbaren Zahlen aus Bayern für das Jahr 2017,
wonach der Anteil der gymnasialen Abiturient*Innen an der gleichaltrigen Wohnbevölkerung 28,0%, die Übertittsquote aus der 4.Grundschulklasse ans Gymnasium 39,4% beträgt.

IMG_20190512_0002.jpg


normal_2018-12-11_Philm_Foto_Dovile_Sermokas_(5_1)
Elias Stemeseder + Robert Landfermann + Oliver Steidle + Philipp Gropper

PHILM = Philipp Gropper *1978 (ts,comp), Elias Stemeseder *1990 (p,synth), Robert Landfermann *1982 (b), Oliver Steidle *1975 (dr)

IMG_20190508_0002.jpg
IMG_20190508_0003.jpg
IMG_20190508_0001.jpg


S T O C H A S T I K ist an sich die antike Kunst, Zufallsergebnisse zu erraten. Ganz früher haben die dafür den Vogelflug gedeutet, haben sich den Flug des Steinadlers genau angeschaut. Aber der ist ja praktisch ausgestorben in Bayern. Im Bundestag hängt noch einer, mit dem Rücken zur Wand, der hat aber das Fliegen verlernt.

1989, vor dem Mauerfall, als die Welt noch in Ordnung war, im Gymnasium, in Bayern, beim Abitur, in Mathematik, durfte diese Aufgabe aus der STOCHASTIK bearbeitet werden.

IMG_20190507_0002.jpg

Jetzt, am 3. Mai 2019 musste eine Volksfest-Lebkuchenherz-Donau-Main-Lech-Sachpreise-Losbuden-STOCHASTIK Aufgabe bearbeitet werden und auf einmal geht ein Aufschrei „V i e l z u s c h w i e r i g“ durch das Land, es schreien Abiturient*Innen auf, die diese Aufgabe zu bearbeiten hatten und Menschen, die diese Aufgabe nicht zu bearbeiten hatten. Die Diskussion dreht sich jetzt um Anforderungshöhe und Schwierigkeitsgrad des bayerischen Abiturs, eine Aufgabe sei angemessen schwierig oder sei viel zu schwierig, eine Aufgabe sei angenehm oder viel zu leicht. Aber darum geht es doch nicht. Die Frage ist doch vielmehr, ob Aufgaben und Anforderungen sinnvoll oder nicht sinnvoll sind. Die Stochastik-Aufgabe im bayerischen Mathe-Abitur könnte ich nicht bearbeiten, Stochastiker können beurteilen, ob es eine schwierige oder eine machbare Aufgabe ist. Ich halte eine solch verquer ausgedachte Aufgabe für nicht sinnvoll als verbindliche Anforderung für alle. Es verlangt ja auch kein Mensch, nicht einmal ein Philologenverbandsfunktionär, dass alle Abiturient*Innen zum Erreichen der allgemeinen Hochschulreife Stabhochsprung oder Dressurreiten beherrschen müssen.

IMG_20190507_0001.jpg

Older Posts »

Kategorien