Verfasst von: nickwimmer | 13. April 2018

Drei Fragen. Drei Antworten. Und #NO


3 Fragen: „Und die hetzen immer noch?“ „Dreimal in der Woche?“ „Und wie lange machen die das noch?“ 3 Antworten: Die hetzen immer noch. Die hetzen dreimal in der Woche, Montag, Mittwoch und Freitag, am Marienplatz, am Karlsplatz und in der Neuhauserstraße 8 vor der Kirche St.Michael. Und die machen das solange, bis es genug Münchnern nimmer wurscht ist, dass mitten in unserer Stadt p.a.t.r.i.d.i.o.t.i.s.c.h.e. E.u.r.o.p.ä.e.r. g.e.g.e.n. d.i.e. I.s.l.a.m.i.s.i.e.r.u.n.g. d.e.s. A.b.e.n.d.l.a.n.d.e.s widerwärtige Hetze betreiben.

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PhotoCollage: Nick Wimmer 13.April 2018

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Verfasst von: nickwimmer | 9. April 2018

#NO. Nein zu Feindbildern und Hass


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PhotoCollage #NO . Nick Wimmer 9.April 2018

In der zweiten Woche im April, der Münchner Pegida.Rest.Trupp, dreimal stationär, dreimal 19 – 22 Uhr, am Montag 9. in der Neuhauserstraße 8, am Mittwoch 11. am Marienplatz, am Freitag 13. am Karlsplatz. Für den Samstag 28. April nachmittag hat sich der Bachmann.Stürzenberger.Hassprediger.Trupp. aus Dresden nochmal angekündigt für eine widerwärtige Kundgebung auf dem Marienplatz. Und wir halten dagegen, ist doch klar.

Durch Zufall fiel mein Blick heute auf einen Text, aus dem ich am 23.September 2016 im Orbiter Blog zitiert habe, ein wichtiger Text von Jens Bisky in der Süddeutschen Zeitung am 22.09.2016,“Heute schon bedroht gefühlt? Angst und Verunsicherung werden gern als Erklärung für den Erfolg rechter Parteien zitiert. Dabei geht es weniger um Furcht, sondern um Feindbilder und Hass“ : http://www.sueddeutsche.de/kultur/rechtspopulismus-heute-schon-bedroht-gefuehlt-1.3172227
Gerade jetzt nach dem in hohem Maße beunruhigenden Wahlergebnis in Ungarn ist Biskys kluger, differenzierter Text eine wichtige Grundlage zur Erklärung rechtsextremer Entwicklungen in Europa.

Verfasst von: nickwimmer | 7. April 2018

1968 < 2018 (2)


In ihrem jetzt erschienenen Buch Das andere Achtundsechzig – Gesellschaftsgeschichte einer Revolte schreibt Christina von Hodenberg (* 1965 in Krefeld), Professorin für Europäische Geschichte an der Queen Mary University in London, im 7. Kapitel Epilog: Was bleibt von Achtundsechzig? : „Der utopische Impuls von Achtundsechzig – der Angriff auf hergebrachte Hierarchien, das Verlangen nach breiterem Dialog, Partizipation von unten und beschleunigter Reform – wurde in zwei verschiedene Arenen getragen, die es auseinanderzuhalten gilt. Der erste Schauplatz von Achtundsechzig war die Sphäre von Politik und Öffentlichkeit, der zweite die Sphäre des Privaten und Familiären. In den beiden Arenen finden sich durchaus unterschiedliche Gruppen von Protagonisten, unterschiedliche Ziele, unterschiedliche Spielarten von Generationskonflikt und ein unterschiedlicher Grad an erfolgreicher Durchsetzung von Reformen. Allerdings erwies sich der in der Privatsphäre ausgelöste Wandel langfristig als folgenreicher als der in der Öffentlichkeit…..

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Buchumschlag-Photo: Ostermarsch in Freiburg 13.April 1968

. . . Dem Gemeinplatz, dass die Bewegung „politisch gescheitert, aber kulturell erfolgreich“ gewesen sei, ist nicht zuzustimmen. Zum einen überschätzt diese Behauptung die kulturelle Strahlkraft von Achtundsechzig….Zum anderen liegt dieser Behauptung ein zu enger Politikbegriff zugrunde. Es wird unterschlagen, dass die Vorreiterinnen der neuen Frauenbewegung die Familie und das Geschlechterverhältnis politisierten. Achtundsechzig war eine Revolte gegen patriarchale Autorität, die in erster Linie geschlechter- und in zweiter Linie generationsgetragen war. Nicht zuletzt sollten wir deshalb auch der politischen Generation der Achtundsechziger neue Konturen geben. Es gibt die „medialen Achtundsechziger“, jene (fast ausschließlich männlichen und linken) Veteranen der Bewegung, die sich nachträglich durch mediale Auftritte einen auf sie zugeschnittenen Generationsmythos bastelten. Daneben gibt es aber auch diejenigen, „eigentlichen“ Generationsangehörigen, die die antiautoritären und utopischen Proteste der späten sechziger Jahre aus der Politik ins Private trugen und in der Folge selbst davon verändert wurden. Sie waren Frauen u n d Männer, Revolutionäre u n d Reformer. Denn obwohl sich die aufsehenerregenden Aktionen des SDS in die Medien und dadurch langfristig ins öffentliche Gedächtnis einschrieben, reichte die Protestbewegung weit über den engen Kreis der Neuen Linken hinaus. Achtundsechziger war und blieb, wer mit dem eigenen Leben experimentierte, um gegen staatliche und patriarchalische Autoritäten die Utopie einer freieren, gleicheren Gesellschaft zu realisieren. Es gab linke, linksliberale, liberale, ja sogar einige konservative Achtundsechziger – und nicht zuletzt Zehntausende von Frauen, die ihr Privatleben politisierten und damit autoritäre Hierarchien ins Wanken brachten“.

Verfasst von: nickwimmer | 7. April 2018

1968 < 2018 (1)


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1968 waren in Deutschland unter 68ern Fidel Castro (geb.1926) und Ernesto Che Guevara ( geb.1928, ermordet im Oktober 1967) ein Begriff. Aber die Photos, die Alberto Korda (geb. 1928 in Havanna, gest. 2001 in Paris) 1961 auf einem Golfplatz in Havanna aufgenommen hatte, kannte kein 68er. Die Photos sind erst sehr viel später veröffentlicht worden. Vor kurzem, 2018, erschien im cubaplusmagazine diese „notwendig gewordene Klarstellung“:

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‚IRREVERSIBLE ENTANGLEMENTS‘ ist ein hochintensives freejazz / spoken poetry Projekt von Camae Ayewa aka MOOR MOTHER und dem Saxophonisten Keir Neuringer, dem Trompeter Aquilles Navarro, dem Bassisten Luke Stewart und dem Schlagzeuger Tcheser Holmes, ein packendes, wütendes Gesamtkunstwerk von einer differenzierten Tonqualität faszinierend präsentiert auf dem im August 2015 im Studio aufgenommen Album. Am Donnerstagabend in der ausverkauften KAMMER 2 jedoch vom Abenddienstlautstärkenbestimmer als full frontal sound attack inszeniert, bei der die vier Musiker die Stimme Camae Ayewas nur noch als Schrei erkennen ließen. Nach 45 Minuten waren alle ausgepowert.

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Verfasst von: nickwimmer | 2. April 2018

April 1994. MoodSwing. JOSHUA REDMAN QUARTET


„While I was on tour with Joshua Redman in the mid ’90s, he came to a gig one night and said,“I just heard a piano player that I’m going to hire. I think you are really going to like him when you hear him.“ That was an understatement. A few months later, when Josh’s record MoodSwing came out, I heard the track ‚Chill‘ on the radio while driving somewhere. When the piano solo started , the playing was so compelling that I had to pull over to the side of the road to listen. It was incredibly strong and original, and exuded a confidence and point of view that I had been hungering to hear from a new player….“, schreibt PAT METHENY (*1954)über seine erste Begegnung mit diesem Pianisten, dem damals 24jährigen BRAD MEHLDAU (*1970), mit dem zusammen er im Dezember 2006 das Album METHENY MEHLDAU aufnahm. Kurz vor Ostern habe ich endlich dieses vor vierundzwanzig Jahren aufgenommene Album MoodSwing entdeckt, eine ganz wunderbare Entdeckung dieser vier 1994 noch ganz jungen und inzwischen ganz großen Jazzmusiker JOSHUA REDMAN (*1969)sax + BRAD MEHLDAU (*1970) piano + CHRISTIAN McBRIDE (*1972) bass + BRIAN BLADE (*1970) drums :

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Im CD booklet schreibt Joshua Redman einen tollen JAZZ Essay : „Jazz ist suffering today, but not in the way you might think. Contrary to the warnings of some professional (and amateur) pessimists, jazz in the 90’s is alive and well. It is thriving, creative, inspired, provocative and original. What jazz suffers from today is not artistic stagnation but popular mystification. Jazz, in other words, has a rotten public image – an image which was epitomized in a comment an acquaintance made to me just the other day: „Jazz is cool and all, but it’s not really my type of thing. I mean, I respect it, but I can’t really get into it. I like music that makes me feel something. Jazz isn’t really about that. With Jazz, you gotta think all the time. Jazz is all complicated and weird. It’s for those special types of people who like talking about stuff and figuring things out. Jazz is way too deep for me.“ Und Joshua Redman setzt sich ganz wunderbar offensiv mit diesem weitest verbreiteten Jazz-Image auseinander: „This image is simple, powerful and dangerously appealing. B u t it is also egregiously false (=erbärmlich falsch). Jazz is music. Yes, jazz is intelligent music. And great jazz, like all great music, attains its value not through intellectual complexity but through emotional expressivity. True, jazz is a particularly intricate, refined and rigorous art form. . . . Nevertheless the intellectual aspects of jazz are ultimately only means to its emotional ends. . . Jazz is about feeling, communication, honesty and soul. Jazz is meant to enrich the spirit. Jazz can create jubilance. Jazz can induce melancholy. Jazz can energize. Jazz can soothe. Jazz can render you spellbound and hypnotized. Jazz can be soft or hard, heavy or light, cool or hot, bright or dark. Jazz is for your heart. Jazz moves you . . . “ – Joshua Redman April,1994
Ein großer Text. Ein großartiges Album mit elf ganz wunderbaren Joshua Redman Kompositionen.

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