Verfasst von: nickwimmer | 20. August 2018

„Aber zeitgenössische Kunst ist etwas Toughes und Herausforderndes, nichts Eingängiges, und das gefällt nicht jedem“. OKWUI ENWEZOR im Gespräch mit . . .


Ulrike Knöfel im SPIEGEL 18.08.2018, S.114 – 116 über die unwürdige, schofelige Art und Weise, wie das Bayerische Staatministerium für Wissenschaft und Kunst seinen Vertrag vorzeitig auflöste und wie in München „ein Bild des Scheiterns, meines Scheiterns“ konstruiert worden sei. OKWUI ENWEZOR, 1963 in Nigeria geboren, wurde 2011 zum Leiter des Hauses der Kunst berufen, als Nachfolger Chris Dercons. „Sie erhielten international viel Lob“, sagt die Interviewerin, „aber der große Besucherandrang blieb aus“. ENWEZOR entgegnet darauf: „Nicht alles lässt sich auf Erfolge an der Museumskasse reduzieren.Manchmal ist der Zugewinn,

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den eine Institution erhält, kein finanzieller. Wissen Sie was erstaunlich ist? Etliche unserer Ausstellungen sind, nachdem sie hier zu sehen waren, von anderen Museen übernommen worden. Unsere Ausstellung mit den Skulpturen von LOUISE BOURGEOIS reiste nach Russland, Dänemark und Spanien. In Moskau und im dänischen Humleback kamen um die 200 000 Besucher, in Bilbao sogar 600 000. In München, dem Ausgangsort, aber waren es weniger als 80 000 gewesen. Unsere Ausstellungen haben eine internationale Strahlkraft, nur warum sind sie woanders populärer als hier?“ SPIEGEL: „Ist München kein guter Ort mehr für die zeitgenössische Kultur? …“ ENWEZOR: „Die Leute behaupten oft, sie würden sich für zeitgenössische Kultur interessieren. Aber zeitgenössische Kunst ist etwas Toughes und Herausforderndes, nichts Eingängiges, und das gefällt nicht allen.“ SPIEGEL: „Bedauern Sie, nach München gekommen zu sein?“ ENWEZOR:“Nein, auf keinen Fall, ich bin zufrieden mit der Arbeit, die ich hier leisten konnte. Ich bin sogar ungeheuer stolz darauf. Ich bin nur überrascht, dass nun missachtet wird, was ich geleistet habe. Im Grunde von den Leuten, die mich geholt haben, die meinen Vertrag noch 2016 verlängert haben“.

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ENWEZOR im Gespräch: „Natürlich kann man vieles besser machen, das kann man immer. Aber vieles wurde und wird aufgebauscht, in einer völlig unnötigen Weise sogar skandalisiert. . . Dem von uns beauftragten Architekten DAVID CHIPPERFIELD wurde sogar vorgeworfen, er würde das Haus, das ja von den Nazis erbaut wurde, durch seine Sanierungsmaßnahmen sozusagen renazifizieren wollen. Wie a b s u r
d ! „

PHOTOS: Nick Wimmer 2017, 2014/12, 2012


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