Verfasst von: nickwimmer | 23. August 2017

Das deutsche WAHLLOKAL SCHULE – wer ist denn da irgendwann auf die Idee gekommen, . . .


. . .wer in Deutschland zur Wahl gehen will, muss sein Kreuz in der S C H U L E  machen?

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S C H U L E  —  L O K A L  — W Ä H L E N  , das ist doch der größte anzunehmende Widerspruch. Ein deutsches  S C H U L H A U S , menschenleer an einem Sonntag, ein leeres deutsches Klassenzimmer, das ist der  u n w i r t l i c h s t e  Raum, den du dir vorstellen kannst, und ausgerechnet da drin ist das deutsche  W A H L L O K A L . Da braucht man sich doch nicht wundern, wenn Menschen die Wahl dort  s c h w ä n z e n .  Fehlt bloß noch, dass du zum Wählen ins  F i n a n z a m t  musst oder in die Aussegnungshalle am  N o r d f r i e d h o f .  „Aber immer weniger Bürger sehen sich bemüßigt, am Sonntag ihr Wahllokal aufzusuchen“, schreibt heute in der SZ 23. August 2017, Seite 4 Robert Rossmann, „der Anteil der Briefwähler liegt bereits bei 40 Prozent in einigen bayerischen Städten. Die Wahl ist das Hochamt(?*) der Demokratie, sie findet nicht ohne Grund in öffentlichen Räumen statt“. Aber halt wo? Holländer, habe ich gelesen, gehen zum Wählen in die schönste Kirche (*?) am Ort.  Engländer stellen

IMG_20170823_0003.jpgeinen Camping Trailer direkt vor’s Pub, praktisch die ideale Kombination von  L O K A L  und  W A H L . Wahlen sind doch doch keine  Absenzenkontrolle. „Ein Hochamt“, naja, aber ein  B Ü R G E R F E S T, stell dir vor, die Wahllokale sind in den Museen mit freiem Eintritt an dem Tag, in den Chefetagen oben über der Stadt, wo der Blick ganz frei ist, weit über das Land, und dazu kann man die eine und die andere Schule aufmachen, da verändert sich ja langsam was und . . .  Ja, und überhaupt der Wahltag und die Öffnungszeiten, warum  ausgerechnet an einem Sonntag? Warum nicht an einem ganz normalen Arbeitstag? Und wer zum Wählen geht, kriegt frei bei Lohnfortzahlung. Warum müssen die Wahllokale schon um 6 Uhr wieder zumachen? Wegen dem Fernsehen? 6 Uhr – zack – die Wahlprognose – zack – die erste Hochrechnung – zack – die kleinen Wahlsieger – zack – die großen Wahlsieger – nach einer halben Stunde ahnst du, das geht  die nächsten vier Jahre doch wieder so weiter wie die letzten vier Jahre.

 

W i e   w ä r ‚ s   d a m i t ?

Die Wahllokale bleiben zwei, drei Tage auf bis Mitternacht.

Dann schlafen erst mal alle aus – Wähler, Gewählte, Nichtgewählte, Stimmenauszähler.

Keine Meinungsumfragen vorher mehr, keine Prognosen, keine Hochrechnungen.

Ausgezählt wird erst am Tag drauf, in aller Ruhe. Keine Prognosen, keine Trends.

Erst wenn das Ergebnis feststeht, dann schauen die Parteien, wer mit wem eine Regierungsmehrheit zusammenbringt und auch zusammenbringen will,  wer in die Opposition nicht will aber muss.

Und erst dann, wenn das grundsätzlich geklärt ist, dann kommentieren alle Schlaumeier im Fernsehen, was grundsätzlich geklärt worden ist.

W ä r ‚ s   d a s ?

 

(Photos by courtesy of  SZ and The GUARDIAN)

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