Verfasst von: nickwimmer | 29. Dezember 2014

So ein schöner Fund jetzt am Jahresende – zwei Brunswick Schallplatten, Jazz aufgenommen im Mai 1947 in der SCHAUBURG am…


… Elisabethplatz, damals noch ein Schwabinger Kino, 1926 errichtet als Licht-spiel-theater, das Schauburg-Kino bis 1967, das  ‚Blow Up‘ bis 1972 … Jetzt kurz vor Weihnachten entdeckte ich vier CDs Freddie Brocksieper, auf denen alle unter seinem Namen eingespielten Aufnahmen (für das Brunswick Label 1941 – 1952) vorgestellt werden*. Im sorgfältig recherchierten, hochinteressanten Booklet** zur zweiten CD lese ich auf Seite 13 „Zwei Titel ‚Give Me Five Minutes More‘ und ‚I Know That You Know‘ wurden in Orchester-Besetzung in einem Schwabinger Kino, der heutigen Schauburg, eingespielt (ca Mai 1947).  Für diese Aufnahmen verstärkten Teddy Kleindin (Alt-Saxophon) und der amerikanische Club-Offizier Richard Richardson (Posaune), sowie einige Musiker – Ubald Schneider (Trompete), Sepp Hahn und ‚Johnny‘ Blauth, ein in Deutschland geborener Schwarzer (Posaune), sowie Joseph ‚Sepp‘ Seitz (Tenor-Saxophon) – von der unten im Fürstenhofer US-Club spielenden Band von Walter Schacht die bisherige Combo-Besetzung des ‚Brocksi-Quintetts‘: Charlie Tabor (Trompete), Walter Weiss (Alt-Saxophon), Heinz Weiss (Klavier), Mihaly Farkas (Bass) und Freddie Brocksieper (Schlagzeug)„.

IMG_20141229_0001

Freddie Brocksieper  (geb.1912 in Istanbul – gest. 1990 in München), Sohn einer jüdischen Griechin und eines deutschen Ingenieurs, Schlagzeuger und Bandleader, war einer der ganz großen Jazzmusiker im München der Nachkriegszeit. Weder in der Weimarer Zeit und schon gar nicht während der zwölfjährigen Naziherrschaft war München eine Hochburg des Jazz in Deutschland gewesen. Und auch nach 1945 tat sich der Jazz hierzulande weiterhin schwer. „Für die einen war er nichts, weil so viele jüdische Musiker beteiligt waren, für die anderen war er nichts, weil so viele schwarze Musiker beteiligt waren und für die dritten war er nichts, weil das Ganze aus Amerika kam.“ (Joe Viera, Jazzer und Musikprofessor) An der Isar fühlt(e) man sich bei deutscher Schlager- , Tanz- und Blasmusik einfach wohler. Da ist doch so eine Entdeckung umso schöner, dass schon 1947 am Elisabethplatz in der Schauburg Jazzmusiker am Werk waren, die kompliziertere Musik viel aufregender fanden als zu Gehör gebrachte Vereinfachung.

*  Bear Family Records*** D-27727 Hambergen Germany     ** Begleittexte: Horst J.P. Bergmeier & Dr. Wolfram Knauer  ***„Einige Bemerkungen zur Tonqualität…Bitte beachten Sie: beim Abspielen von historischen Aufnahmen über Kopfhörer werden Grundgeräusche und andere analoge Unzulänglich – keiten verstärkt!“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: