Verfasst von: nickwimmer | 29. Juni 2014

Warum ich auch am Tag nach Beginn des Volksbegehrens keine „weiterentwickelte Rückkehr“ zum 9000×45 Minuten-Unterrichtsgymnasium begehre


Vom nächsten Donnerstag bis zum überübernächsten Mittwoch – heute (=04. Juli) am Tag der ersten beiden 1/4finalspiele aktualisiert = seit gestern Donnerstag bis zum übernächsten Mittwoch – sollen in Bayern fünfundzwanzigtausend  Bürgerinnen und Bürger „mehr Zeit zum Lernen – mehr Zeit zum Leben! Neunjähriges Gymnasium (G 9) als Alternative“ begehren, damit „der Stoff bis zum Abitur entschleunigt verinnerlicht“ werden kann. Ich werde eine ‚entschleunigte Stoffverinnerlichung‘ nicht begehren, weil  wir gegenüber von der Schauburg, auf der anderen Seite des Elisabethplatzes, am Gisela-Gymnasium von September 2000 an ein achtjähriges Gymnasium ausprobierten und drei wesentliche Erfahrungen  meine Haltung bestimmen:

1.     Kinder und Jugendliche brauchen nicht mehr, sondern anderen Unterricht, sie brauchen nicht mehr Stunden Belehrungsunterricht, sie brauchen keine zeit-raubenden Benotungsrituale (‚Rechenschaftsablagen’= Ausfragen an der Tafel, ‚Stegreifarbeiten‘, Hausaufgabenkontrolle etc.), sondern einen sorgsamen Umgang mit Zeit für entdeckendes Lernen.

2.     Die Vorbehalte, die Weigerungen gegen eine Veränderung des Kerns der Schule = des Unterrichts sind der tatsächliche Grund für die Ablehnungshaltung gegen die Verkürzung der Beschulungszeit. Mit einem anderen Unterricht an einhundertfünfundsiebzig Schultagen im Jahr – sorgsamer Umgang mit Zeit, exemplarisches Lernen, neugiergeleitetes, selbständiges Lernen – kann in acht Jahren all das vermittelt werden, was sinnvollerweise in der Schule zu vermitteln  ist  für Kinder und Jugendliche in diesem Alter bis zur Volljährigkeit.

3.      Für so einen Veränderungsprozess  sind kluge Rahmenvereinbarungen mit Gestaltungsspielräumen für die Schulen so viel hilfreicher als alles, was  gymnasiale Besitzstandwahrer,  Lernstoff-Fetischisten und regelgläubige Bürokraten sich bisher ausgedacht haben für Unterrichtsbeamte.                                                                                                       Lehrerinnen und Lehrer sollen Unterrichtsgestalter werden.  Die Qualität des Unterrichts hängt ab von den Menschen, die diesen Unterricht gestalten, ihre Haltung, ihre Leidenschaft, ihre Kompetenzen sind entscheidend.


Responses

  1. Ich votiere für eine andere Schule in Ihrem Sinne und neun Jahre zur Wahl!


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