Verfasst von: nickwimmer | 26. Juni 2014

Frau Antje W.’s Hilfeschrei : „Wer nimmt mir meine panische Angst vor pubertierenden Horden?“


Wer zum Teufel hat in der SZREDAKTION angeordnet, dass am Dienstagabend in der SchauBurg ‚Der Ruf der Wildnis‘ in der Inszenierung von BEAT FÄH dienstlich beurteilt werden muss und wer hat für diese dienstliche Beurteilung Frau Antje W. dienstverpflichtet, der an diesem Abend so überhaupt nicht der Sinn nach Theater stand. Da kommt die Frau, also die Schauspielerin, nicht Frau Antje W., da kommt die Frau auf die Bühne, die aber gar keine Frau ist, sondern ein Hund, „verpackt in eine Art Strampelanzug“, usw. usw. und so etwas muss sich Frau Antje W. anschauen an diesem Abend, zwei Stunden lang, „zu lang, ja grausam zäh“, meint sie, die das Ganze sowieso grundsätzlich für „eine eher irritierende Idee“ hält, Jack Londons Roman „auf die Bühne bringen zu wollen“. Und irgendwann an diesem Hundsabend erfasst sie eine panische Angst vor „pubertierenden Horden“, die nirgendwo zu sehen sind an diesem Abend, an dem sie sich umgeben sieht von unkritisch gebannten Zuschauern und Kritikerfans des Regisseurs, die sowieso alles toll finden, was Beat Fäh im Theater macht („…vielschichtige Literatur für das heranwachsende Publikum der Schauburg packend zubereitet…“ Mathias Hejny AZ. „…ein Theater mit scheinbar wenigen Mitteln, mit Vertrauen in die Schauspieler wie in die Aufnehmenden. Ein Theater voller Fantasie und Humor, aber kernig wie ein Butterbrot…“Beate Kayser TZ). Und Frau Antje W. schreit ihre panische Angst schreibend heraus, sublimiert zur „dringenden Bitte, noch einmal Hand an diese Inszenierung zu legen, zu straffen, zuzuspitzen und womöglich auch eine eigene Haltung herauszuarbeiten, bevor sich die Spieler  pubertierenden Horden aussetzen müssen. Bei denen…“ ( also nicht bei den Spielern, wobei mit Spielern wahrscheinlich die Schauspieler gemeint sind, auch nicht bei den unkritisch gebannten Zuschauern an diesem Abend und auch nicht bei den Kritikerfans des Regisseurs, sondern bei den “ pubertierenden Horden“, die Frau Antje W. irgendwo irgendwann gesehen haben muss) „…könnte sonst der Ruf der Wildnis ,sehr unbeabsichtigt,…“( also, die „pubertierenden Horden“ haben an sich nicht vor, aber…) „…  niedere Instinkte wecken“.

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Responses

  1. Köstlich………………nickwimmer – Du triffst den Nagel auf den Kopf und sprichst mir aus der Seele…………..man soll einfach nicht ins Theater gehen, wenn man keine Lust dazu hat………….

  2. Liebes Schauburg, als großer Fan von dir trau ich mich! In besagter Kritik werdet ihr zurecht gelobt. Ihr macht wunderbare Arbeit und lasst die Schulen/Lehrer und Jugendliche mit den Stücken nicht alleine. Das rechtfertigt ganz viel Freiheit in der Regie. Die Kritik ist flach und opportunistisch, populistisch, was man so halt von Jugendlichen denkt.
    Schauburg mutet wegen ihrer vorbereitenden Tätigkeiten niemandem etwas zu und begründet Inszenierungen nicht nur theoretisch gut.

    Die auflehnende Kraft der Jugendlichen zwischen 14 und 17, die die Kritikerin so gar nicht mag, wenn nicht fürchtet, könnte jedoch für uns Große Erinnerung und Anlass sein uns mehr in Theaterstücken mutig zu Äußern, wenn uns Langeweile befällt. Alles darf Theater sein , nur nicht langweilig!!

    Was andere Theater von Schauburgs langsam lernen ist, das Publikum mehr über die Inszenierungsidee zu informieren – das nimmt Langeweile und stärkt Interesse.

    Danke an Schauburg: von Hänsel und Gretel über Prinz Eisenherz bis zu Fahrenheit und Wildnis war nichts langweilig!

    wb

  3. Sehr verehrte Damen und Herren der Schauburg, seit über 20 Jahren bin ich ein großer Fan Ihrer Arbeit, vor, auf und hinter der Bühne. Wenngleich ich aufgrund veränderter beruflicher Aufgabenfelder nur noch selten ins Theater komme, alles, was ich in der Schauburg gesehen habe war sehenswert bis grandios. Wer diese Arbeit nicht kennt, kann nicht ermessen, welchen Anteil an der Entwicklung Jugendlicher sie leistet. Die unglaublich arrogante „Kritik“ von Frau W. kann ich nur einer persönlichen Befindlichkeit zuschreiben, erklären lässt sie sich allemal nicht. Man kann nur hoffen, dass dieser Kritik das zuteil wird, was ihr zusteht: die absolute Missachtung bzw. Missbilligung derer, die es einfach besser wissen.
    Liebes und verehrtes Schauburg-Team: Bitte macht genaue so weiter!!!

    Mit den herzlichsten Grüßen
    Joachim Höhne, Seminarleiter für Referendare an der Mittelschule

  4. mein 11jähriger sohn und ich waren vorgestern in der ruf der wildnis und wir waren begeistert. er hat sich heute sofort jack londons buch gekauft, so faszinierend fand er den plot. ich denke, ein buchkauf ist als reaktion kein „niederer instinkt“. wir fanden die inszenierung angemessen anspruchsvoll, dh es wurde viel gezeigt, aber es war luft zum selber nachfühlen und mitdenken – das hat spaß gemacht. ich hatte das gefühl, alle zuschauer waren wie wir wie gebannt von dem tollen spiel; wir fanden keine stelle „grausam zäh“. die geschichte ist ein echter klassiker und die schauburg inszenierung wurde ihr auf klassisch moderne weise gerecht.

    mit freundlichen grüßen
    j & d


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