Verfasst von: nickwimmer | 17. Februar 2014

Und was soll daran „natürlich“ sein? (1.2)


(Wegen der im vorhergehenden Text genannten Widrigkeiten ist es sinnvoll,
diesen vorhergehenden Text (1.1) zuerst zu lesen und dann mit (1.2) fort-
zufahren.)
…Auf die Frage: „Was können Lehrer tun, um das System gerechter zu machen“? antwortet der Würzburger Bildungsforscher: „Der einfachste Weg ist, die Noten klein zu machen. Soll heißen: Ihnen die Bedeutung nehmen“ und fährt in der DPA-Meldung (SZ 15./16.Februar 2014) fort:“…Ich halte es für sinnvoll, dass Lehrer möglichst viele Noten vergeben, weil dann jede einzelne Bewertung weniger zählt. Das entdramatisiert die Geschichte auch, und einzelne Ausreißer fallen nicht mehr so sehr ins Gewicht“.
Im autorisierten Uni-Interview formuliert er den gesellschaftlichen „Wir-leben-nun-einmal“-Kontext wie folgt: „Weil unser Bildungssystem natürlich* so früh selektiert, fließt der gesellschaftliche Druck in die Schulen. Aber wir leben nun einmal in einer hochselektiven Gesellschaft; und die Schule ist nur ein Abbild davon“.
*natürlich habe ich hier eingefügt, der analytischen
Tiefenschärfe des Interviews adäquater wäre die 2-Wort-Phrase ’nun einmal‘ aus dem nächsten Satz.
Jetzt fehlt im Interview nur noch ein abschließender Satz. Er könnte so lauten: „Schule und Noten, das ist natürlich eine große Lotterie. Und da gilt nun einmal, je mehr Lose ich ziehen darf, desto größer ist meine Gewinnchance, auch wenn die Gewinnchancen natürlich systembedingt minimal sind“.
Und was soll daran jetzt „natürlich“ sein?

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