Verfasst von: nickwimmer | 17. Juli 2013

das Deutsche, der Deutsche, die deutsche Sprache (1)


Am Montag, am 15.Juli 2013, im Feuilleton der SZ ein ganzseitiges Streitgespräch zwischen einem deutschen und einem belgischen Professor, zwischen einem „Professor of European Plurilingualism“ an der Jacobs University Bremen und einem Professor für Ökonomie und Sozialethik an der Universite´ Catholique de Louvain, zwischen Jürgen Trabant und Philippe Van Parijs, ein Streitgespräch über Sprache, Sprachen und Europa.
„Ich verstehe mich als Philologe“, sagt der Deutsche, „also als echter Geisteswissenschaftler und arbeite viel mit Kunsthistorikern zusammen, und die schreiben und denken eben gerne noch auf Deutsch. Wenn wir in Singapur gelesen werden wollen, schreiben wir natürlich auch auf Englisch. Aber eigentlich“, sagt der Deutsche, „eigentlich möchte ich auf Deutsch denken dürfen“.
“ Ich habe ein sehr spezielles Verhältnis zu Sprachen“, sagt der Belgier, „teilweise auch, weil ich ein Belgier bin. Sie wissen vielleicht, dass wir in Belgien seit mehr als einem Jahrhundert ein Sprachproblem haben: das Verhältnis zwischen den Flamen, die niederländisch sprechen und den Wallonen, die französisch sprechen. Ich habe aber auch Kinder, die im Durchschnitt viersprachig sind. Meine Frau hat die Muttersprache Englisch; und Niederländisch ist die Sprache, in der meine Mutter zuerst mit mir gesprochen hat. Zu Hause spreche ich englisch mit meiner Frau, niederländisch mit meinen zwei größeren Kindern und französisch mit meinen beiden anderen Kindern. Französisch ist auch die Sprache, in der meine Kinder miteinander sprechen. Da wir ein Jahr in Italien gewohnt haben, waren meine Kinder in einer italienischen Schule und sprechen auch italienisch. Und meine ältere Tochter hat einen mexikanischen Mann geheiratet, mit dem sie spanisch spricht. Angesichts dessen ist es nicht erstaunlich, dass ich mich mit Sprachen beschäftige“, sagt der Belgier.
Was für ein Unterschied zwischen einem speziellen Verhältnis zu Sprachen dieses Menschen aus Belgien und der verkniffenen Eigentlichkeit dieses Menschen aus Deutschland.

Advertisements

Responses

  1. Warum ist der Wunsch, in seiner Muttersprache arbeiten zu wollen, verkniffen?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: