Verfasst von: nickwimmer | 7. Januar 2013

„Die Katze hat zwei Vorderpfoten. Zwei Hinterpfoten…


…Zwei Pfoten auf der linken Seite. Zwei Pfoten auf der rechten Seite. Auf den Körper folgt der Schwanz und hört nach einer Weile auf. Von Zeit zu Zeit hat die Katze Lust auf Junge und macht welche. Dann wird sie Katzenfrau…“ ( Januar 07 – 13, Der literarische Katzenkalender 2013, aus einem Schüleraufsatz in Frankreich)
Frage: Aus dem Aufsatz eines Mädchens oder eines Buben? „Männer denken da doch eher funktional“, sagt Edgar M.,der „einzige Lehrer an der Grundschule Hitzhofen, dem in den Klassenzimmern seiner Kolleginnen die vielen Blümchen und Sternchen und die liebevolle Ordnung auffallen“ in der SZ heute auf einer ganzen BAYERN-Seite voll von saisonalem Alarmismus:“90 Prozent Frauenquote – Bayerns Grundschulen sind eine nahezu männerfreie Zone – Klassenzimmer, Frauenzimmer“ usw. usw.
In derselben SZ heute auf S.16 WISSEN schwappt der alarmistische Gestus noch in die Überschrift „Lernen ist doch nur für Mädchen – Wieso Jungen schlechtere Schulnoten erzielen“, in der folgenden Textspalte aber klärt der Bildungsforscher Marcel Helbig vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zwei, drei entscheidende Sachverhalte: „Als ‚weitgehend widerlegt‘ bewertet Helbig die These, wonach eine Feminisierung der Schulen durch die wachsende Anzahl von weiblichen Lehrkräften den Jungen schadete…Gegen diese Annahme spreche außerdem, dass Jungen bereits seit mehr als hundert Jahren schlechtere Noten als Mädchen bekommen, also auch zu Zeiten, in denen die Pädagogik noch von Männern dominiert war. Das eigentliche Problem sei die ‚Selbstüberschätzung der Jungen‘, die glaubten, sie müssten sich nicht anstrengen, um Erfolg zu haben, sagt Helbig. Schließlich sehen sie, dass die meisten Spitzenpositionen in der Gesellschaft auch so von Männern besetzt sind. ‚Dies führt zu der Fehlannahme, dass die Männer von Geburt an das kompetentere Geschlecht seien‘. Hinzu komme der schädliche Einfluss der männlichen Peer-Group:’Fleiß gilt als uncool‘, Mädchen hingegen hätten keine sozialen Nachteile, wenn sie fleißig sind“.
Und ganz versteckt in der alarmistischen Bayern-Seite steht der
schön differenzierende Satz einer Grundschul-Rektorin:“..es gebe auch Mädchen, die lieber anders lernen würden, und Buben, die mit dem jetzigen System gut zurechtkommen. Besser wäre es, so individuell wie möglich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes einzugehen“.
Aber warum der Konjunktiv „wäre“?

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