Verfasst von: nickwimmer | 27. September 2012

Allein schon diese ersten zwölf Zeilen von Robert Menasse in …


…seinem jetzt erschienenen „Der Europäische Landbote“ (Paul Zsolnay Verlag Wien, September 2012. Einhundertelf Seiten. 12,50 EUR).
Siebenunddreißig Gedanken über Europa, allein schon der

1.

„Wenn man auf einer Europakarte alle politischen Grenzen, die
es im Lauf der geschriebenen Geschichte je gegeben hat, mit ei-
nem schwarzen Stift einzeichnet, dann liegt am Ende über die-
sem Kontinent ein so engmaschiges schwarzes Netz, dass es fast
einer geschlossenen schwarzen Fläche gleichkommt. Welche
schwarze Linie auf dieser schwarzen Fläche kann da augenfällig
als natürliche Grenze gelten?
Wenn man dann auf dieser Karte für jeden Krieg, der in Eu-
ropa je stattgefunden hat, mit einem roten Stift eine Linie zwi-
schen den kriegführenden Parteien zieht, Schlachtfelder und
Frontverläufe markiert, dann verschwindet das Netz der Gren-
zen völlig unter einem rotgefärbten Feld.

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