Verfasst von: nickwimmer | 29. April 2011

Republikanischer Common Sense


Vor zweihundertfündunddreißig Jahren, am 10.Januar 1776 , veröffentlichte Thomas Paine in Philadelphia sein Pamphlet “ C o m m o n   S e n s e“  mit der folgenden Passage über „Monarchy and Hereditary Succession“:

„Allein, es ist weniger die Absurdität als die Schädlichkeit der Erbfolge, um die sich die Menschheit Sorgen macht. Sicherte sie eine Reihe weiser und guter Männer, so würde sie das Siegel göttlicher Autorität tragen. Da sie aber T o r e n , B ö s e w i c h t e r n  und  D u m m k ö p f e n  die Tür öffnet, so trägt sie die Natur der Unterdrückung in sich. Menschen, die von sich meinen, dass sie zum Regieren, andere aber zum Gehorsam  g e b o r e n   seien, werden bald übermütig. Abgesondert vom übrigen Menschengeschlecht schlucken ihre Gemüter leicht das Gift ihrer Wichtigkeit. Die Welt, in der sie handeln, unterscheidet sich so wesentlich von der übrigen Welt, dass sie nur wenig Gelegenheit haben, die wahren Interessen derselben kennen zu lernen, und wenn sie dann an die Regierung kommen, so sind sie oft die Unwissendsten und Ungeeignetsten von allen im ganzen Reich…“

Wem das zu wenig altersmild- republikanisch ist, der lese mit politischem Vergnügen  T i m o t h y   G a r t o n   A s h  im gestrigen  GUARDIAN : „Should a democracy have a King Wills and a Queen Kate? You can do worse“  – online http://www.guardian.co.uk.

Mit monarchiesozialisierten Holländern und Belgiern und ihren Erfahrungen kann ich als spätgeborener Bayer nicht mithalten, maße mir also nicht an beurteilen zu können, ob tatsächlich „niemand so gut inszenieren kann wie die Königshäuser“ (Johan Simons laut SZ 29.April 2011). Wo ich mir aber ganz sicher bin, ist, dass Ivo von Hoves Inszenierung  L u d w i g  II.  in den Kammerspielen großartiges Theater ist.

Und ich bin neugierig gespannt auf das Gastspiel von Plan D  aus den Niederlanden „Santa Sangre oder Das Schwert des Damokles“ in nächsten Woche Di 3.5. – Sa 7.5.  in der  S c h a u B u r g .

Übrigens: der Film „Un homme qui crie“ des Regisseurs M.-S. Haroun aus dem Tschad läuft OmU nochmal Samstag und Sonntag um 17.30 im Monopol in der Feilitzschstraße, ein starker ***** Film.

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