Verfasst von: nickwimmer | 1. März 2011

Theater=der Ort,wo das Denken geschärft wird


…sagte gestern abend,Montag 28.2.,Johan Simons bei einem fliegenden Gedankenaustausch im Haus der Kunst mit Chris Dercon, dem HdK Chef,der bald die TATE Modern in London leitet, und Tino Sehgal, der in Museen Begegnungen inszeniert. Diese drei Zeitgenossen sprachen über ihre Arbeit im Theater, im Museum, über die Auseinandersetzung der Kunstschaffenden mit den großen Fragen als ein gesellschaftspolitisches Gegenprojekt zur massenmedialen Ablenkungsunterhaltung. Und sie sprachen über die Menschen, die ins Theater, ins Museum gehen, der einzelne, die vielen einzelnen, das Publikum als Kollektiv. Tino Sehgal inszeniert in Museen, weil er Begegnung als Ansprache einzelner und  individuelle Reaktionen ermöglichen will. Johan Simons will das Publikum für den Denkraum Theater gewinnen. („Ich bräuchte noch ein Leben, um herauszufinden, wie das Publikum individuell erfahrbar werden kann“.)  Und dann gestand er, dass er immer noch geschockt ist von der kollektiven Kälte des Publikums in der Premiere seiner Inszenierung von Elfriede Jelineks „Winterreise“. („Achtundachtzig TheaterkritikerInnen und  die Premiere-Abonnenten zusammen, die Öffnung der vierten Wand war uns nicht möglich.“ )                      Da dachte ich mir, was ist die durchlärmte Dunkelheit in den ersten acht Minuten von „Prinz Eisenherz“ gegen die professionelle Kälte eines Premierenpublikums.

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