Verfasst von: annahartung | 6. Juni 2010

Schiller – I love you!!!


Es fällt mir schwer einen Anfang zu finden, weil ich mit Worten kaum beschreiben kann, was ich ausdrücken will.  Erstmal geht es um Die Räuber.  Nach der Theatervorstellung nahm ich mir vor, einen ebenbürtigen Text über dieses Sinnspektakel zu schreiben. Doch natürlich gelang mir dass nicht, denn der Text beschäftigt mich seit Wochen und kann diesen herrlichen Theaterabend nicht fassen!!!! Darum begnügt  euch mit ein paar dahingeschriebenen Worten und wähnt euch „im Vorgefühl des höchsten Glückes“, wie Goethes Faust am Ende erkennt.

Schillers Räuber begleiten mich schon seit dem Teeniealter, da ich mit 16 Jahren diese  inszenierte und selbst mitspielte. Das Stück ist mir damit sehr ans Herz gewachsen und erklärt mein sehr kritisches Auge an diesem Theaterabend.

Mit meiner intensiven Beschäftigung im voraus, konnte ich mich natürlich ohne textliche Schwierigkeiten auf die Inszenierung einlassen. Und das tat ich zu 100%. Der Text lag in einer stark gekürzten Form vor, von fast 6 h Spieldauer blieben nur 1 1/2 h übrig, was der Tragik der Handlung nur diente. Die Bühne war in zwei Bereiche aufgeteilt, der Hort der Räuber und das Moor’sche Schloss. Die Räuberbande (auch stark gerafft) agierte auf und mit verschiebbaren Triebühnen, während die Moorsippschaft auf einer Rampe vor weißen Wänden dramatisiert wurde. Wir Zuschauer saßen auf beiden Seiten, wie auf Tennisfeldern (so Dagmar Schmidt im Einführungsgespräch). Dank meiner Platzwahl in der ersten Reihe sog mich die Geschichte und ihre Darsteller von der ersten Minute in ihr Zentrum. Keine überflüssigen Requisiten wurden verwendet, die Körper der Schauspieler und ihre Stimmen standen im Mittelpunkt. Die Spannung hielt über diese Spielzeit und zwang unsere Sinnesorgane in Richtung  Bühne . Diese aufregende Atmosphäre benötigte nicht mal Gewalt- oder Sexanspielungen, obwohl sie Schiller im Text anklingen lässt.

Auch die Kostüme waren eher einfach, etwas historisch aber mit raffinierter Farbigkeit ‚aufgepopt‘ (Amalia). Karl Moor war das Bindeglied zwischen beiden Welten, durch seine körperliche Anwesenheit in den Böhmischen Wäldern und seinem an die Wand projezierten Porträt im Schloss. Auch die anderen Schauspieler blieben anwesende Beobachter, wenn keine Szene mit ihnen an der Reihe war.

Die Besetzung der vlerschiedenen Figuren waren hervorragend mit Oliver Bürgin als Karl und Johannes Klama als sein Antagonist Franz, obwohl man diesem seine Häßlichkeit jedenfalls äußerlich nicht abkaufen konnte!

Dieser Abend war einer der schönsten in der Schauburg. Ich muss zugegeben: Ich liebe Die Räuber! Ich liebe Schiller! Und vor allem liebe ich diese Inszenierung, weil sie alle von mir geliebten Momente des Stückes wunderbar dramatisiert.

Deshalb bin ich dankbar für die Orbiterzeit und auch danach bleibe ich ein Fan der Schauburg!!!!!

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