Verfasst von: annahartung | 15. Mai 2010

Des Dampfers würdevolles Ende


Starke Konzentration auf der Bühne, unheivolle Atmosphäre und eine Geschichte voller Täume… so sah ich eine der letzten Vorstellungen des weißen Dampfers mit ganz anderen Augen. Am Beginn meiner Orbiterzeit im Februar 2010 konnte mich die wortbalastige Inszenierung nicht wirklich überzeugen, was ich hiermit unbedingt revidieren muss.

Deshalb muss auch ein neuer Artikel her, damit der Beitrag nicht in einem Kommentar übersehen wird.

Im Gegensatz zu damals sah ich am Vormittag das Stück und konnte mich auf seine wahre, von mir verkannte Größe einlassen!!!! Die Geschichte und ihre Darsteller packten mich von der ersten Minute und die Worte erweiterten sich zu Bildern, die mehr als nur Unterhaltung waren. Das Märchen über die Hirschkalbmutter und der Junge, welcher sich in eine imaginäre Welt flüchtet, ging so nah, dass es schmerzte. Und hatte nicht jeder in seinen Kindertagen Vorstellungen von abstrakten Metamorphosen um vielleicht fliegen zu können??? also ich schon!!!!! Am intensivsten spürbar war die Hilflosigkeit der Figuren, niemand der sich aus seiner tragischen Situation befreien konnte. Aber auch Zuschauer sahen hilflos dem Ende des Jungentraums entgegen.

Dann ging das Licht aus, der Applaus folgte und doch wollte der Schock über das Gesehene nicht weichen. Noch lange musste ich über diese Geschichte nachdenken und auch über meine Kindheitsträume und deren Scheitern an weltlichen und geistigen Grenzen.

Das kann und macht Theater also mit uns. Danke!!!!!

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