Verfasst von: Robert Müller | 27. März 2010

Ein Huhn, ein Hase und nur allzu menschliche Beziehungsprobleme – „HAS‘ UND HUHN“


Während des Internationalen Figurentheaterfestivals 2009 BILDER LEBEN in München fanden einige der Produktionen in Zusammenarbeit mit der Schauburg bzw. in ihren Räumlichkeiten statt, so z.B. Neville Tranters „Cuniculus“ (ein absolutes Highlight des Festivals nebenbei bemerkt!). Eine weitere  Prosduktion, die in der Schauburg zu sehen war, war Meisi von der Sonnaus und Panos Papgeorgious Stück „Has‘ und Huhn“ unter der Regie des Intendanten der Schauburg, George Podt. Da ich es während des Festivals leider nicht geschafft habe, mir eine Aufführung des vorranging für die kleinsten Theaterbesucher konzipierten Stücks anzusehen, nutze ich vergangenes Wochenende die Gelegenheit dies nachzuholen. Auf der Studiobühne (ein paar Treppenstufen hoch, unterm Dach der Schauburg) angekommen, nahm ich also zwischen lauter Mini-Theatergästen und den dazugehörigen Eltern Platz und war gespannt, was mich erwartet.

Basierend auf einem Kinderbuch der holländischen Autorin Sofie Mileau ist „Has‘ und Huhn“ die Geschichte von zwei Freunden, die nicht unterschiedlicher sein könnten – eine Hase und ein Huhn eben. Sie lassen sich von ihrer innigen Freundschaft, auch wenn sie manchmal noch so unmöglich scheint, nicht abbringen. Weder durch das Argwöhnen anderer noch durch eigene Selbstzweifel oder die ganz alltäglichen Schwierigkeiten einer Beziehung.

Doch ist „Has‘ und Huhn“ noch mehr als nur die Geschichte von einem zerrupften Huhn und einem nicht Keinohr- sondern Schlappohrhasen mit wirrem Blick.

Denn neben den Puppen sind da ja noch die beiden Puppenspieler. Und diese erzählene ihre ganz eigene Geschichte. Wenn das Spiel der liebevoll gemachten Figuren im ebenso detailverliebten Bühnenbild sicher eher die Kinder anspricht, so ist vielleicht gerade das Spiel der beiden Puppenspieler das für die Erwachsenen Interessante. Denn sie erzählen durch ihr Spiel miteinander und mit den Puppen von menschlichen Beziehungen.  Von den Sonnen- und Schattenseiten eben jener Beziehungen, die wir alle kennen.

Auch wenn „Has‘ und Huhn“ eigentlich auf eine sehr junge Zielgruppe abzielt, so ist es dennoch auch für Erwachsene ein lohnenswerter Theaterbesuch. Nicht nur die Kinder verließen mit einem breiten Grinsen die Studiobühne, auch die Erwachsenen um mich herum schienen sich prächtig amüsiert zu haben. Vielleicht auch gerade weil sie sich in vielem wiedererkennen konnten und sich an so manche Szene aus ihrem eigenen Leben erinnert gefühlt haben.  An Szenen, die den Kleinen noch bevorstehen.

„Has‘ und Huhn“ – gefühlvoll, lustig und vor allem sehr ehrlich.

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