Verfasst von: davidsteinitz | 10. Januar 2010

Kampf gegen die Großen


Gestern in der Premiere vom „Weißen Dampfer“ gewesen. Erstmal neugierig: eine Geschichte aus Kirgisien? Spielt aber letztendlich  keine Rolle ob Kirgisien oder nicht, in Bayern hat’s die gleichen Probleme. Im „Weißen Dampfer“ geht es um einen Jungen, dessen Leben durch die Brutalität der Erwachsenenwelt entzaubert wird. Eine Geschichte, wie für die Schauburg gemacht! Die Verformungen eines Kindes durch die Irrungen und Wirrungen der Erwachsenen nachzuzeichnen, das kann man eigentlich nicht oft genug machen. Zum Zwecke der Verallgemeinerung heißt der kleine Junge im Stück dann auch einfach nur „Junge“. Der Junge wehrt sich gegen die Erwachsenenwelt, ob erfolgreich oder nicht, darüber kann man streiten, denn Narben werden auch hier zurückbleiben. Aber es gibt nun mal kein Patentrezept im Hadern mit der Erwachsenenwelt. Auch das Modell Oskar Matzerath hat nur bedingt funktioniert.

Bei den jüngeren Zuschauern machte sich allerdings gelegentlich eine gewisse Sperrigkeit des Prosa-Textes bemerkbar: Der Text war in emotionalen Momenten dann eher ein Hindernis beim Mitfiebern. Vielleicht wars aber auch nur gestern Abend so, Prosa schmuggelt sich dann ja doch öfters in Schauburg-Inszenierungen, ganz so schlimm wirds also nicht sein.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: