Verfasst von: Nina Schraff | 26. November 2009

Solo für die Batterie – Anmerkungen zur „Scuderie“


Sie ist der Mittelpunkt, das wandelbare Zentrum des Spiels. Mal Werkstatt des Cardillac, mal Gerichtssaal, gläserne Prunkkarosse, Requisitenständer,… auf ihr thront der Drummer/Kutscher/König der Banana Fishbones vor der Silhouette des nächtlichen Paris. Welch geniale Reduktion aufs Wesentliche von Gil Mehmert und seinem Team! Wie schon bei den „Webern“ von G. Hauptmann, bei denen ein Brett statt der Schlagzeugbatterie diesen wandlungsfähigen Part übernommen hat. Es gleicht sich auch die Szenerie in Schwarz-Weiß. Schwarzweißes Musiktheaterspektakel gegen bunte Filmtrickwelt!  Bestechend gut!  Auch beim dritten Mal. Das prägt sich ein. Und kommt die Vertonung der Novelle nicht dem Wunsch der Romantiker nach dem Universalkunstwerk entgegen – Musik, Theater, Literatur in einem? Der Jurist, Musiker, Zeichner und Schritsteller E.T.A. Hoffmann hätte bestimmt seinen Gefallen daran, wie sein sprachlich angestaubtes, ältliches Fräulein von Scuderie eine Frischzellenkur erhalten hat. So wie meine Grundkursler und ich.

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