Ein Grund-Satz diesen großen amerikanischen Autors und Illustrators:
“You cannot write for children. They are much too complicated. You can only write books that are of interest to them”.
Maurice Sendak 10.Juni 1928 – 8.Mai 2012
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Gestern in Bayern: Abitur 2012 in D e u t s c h – “Der Prüfling hat e i n e Aufgabe seiner Wahl zu bearbeiten”.
ORBITER-Blog-Leser “P” schreibt heute um 12:58 Uhr:”Bin ja gespannt, was da kommt – habe mich übrigens an Bernhards deutschen Mittagstisch gewagt”. Lieber P, Du hast eine gute Wahl getroffen, diese Aufgabe hätte ich auch gewählt. Bevor ich also morgen meine Behauptung der “Schaufensterveranstaltung” belege, heute meine Anmerkungen zur Aufgabe II (Erschließen eines poetischen Textes – Drama):
“a) Erschließen und interpretieren Sie den folgenden Szenenaus-
schnitt unter besonderer Berücksichtigung satirischer Gestalt-
ungsmittel!
b) Zeigen Sie ausgehend von Ihren Ergebnissen vergleichend auf, wie
das Thema “Schuld” in einem anderen literarischen Werk gestaltet
wird”.
Text: Thomas Bernhard, Szenenausschnitt aus “Freispruch”, eines von Bernhards sieben Dramo-
letten “Der deutsche Mittagstisch”.
Diese Textauswahl und die offene Aufgabenstellung finde ich gut, auch dass ein fremdsprachiges literarisches Werk zum Vergleich gewählt werden kann. Und wenn im Deutschkurs vorher pragmatisch geklärt wurde, dass Aufgabenteil a) der umfangreichere Teil der Arbeit ist, Aufgabenteil b) nur kurz skizziert bearbeitet werden muss, soll, kann, dann ist die Aufgabe gut gestellt. Warum aber im ministeriellen Aufgaben-Geheft das nicht auch so pragmatisch geklärt wird, sondern Außenstehende beeindruckt werden sollen, das ist Teil der “Schaufensterveranstaltung”.
P.S. “Der Prüfling hat eine Aufgabe seiner Wahl zu bearbeiten”. Hat sich im bayerischen Kultusministerium inzwischen noch nicht herumgesprochen, dass mehr junge Frauen das Abitur machen als junge Männer?
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Heute in Bayern: Abiturprüfung 2012 D e u t s c h – “Nicht für den Prüfling bestimmt!”
Die erste unvergleichliche und konkurrenzlose G-8-Abiturprüfung Deutsch in Bayern,erstes Pflichtprüfungsfach für alle AbiturientInnen,eine Schaufensterveranstaltung (“Das Gymnasium in Bayern” – “Das Abitur in Bayern” – “Anforderungsniveau in Bayern”),in Wirklichkeit “Nicht für den Prüfling bestimmt!” Mehr dazu morgen.
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Beat Fähs Inszenierung “Der Sturm” – die 3 (=drei) l e t z t e n Vorstellungen
Noch nicht gesehen? Nichts wie hin, sehen, unbedingt.
Schon gesehen? Nochmal hin, nochmal sehen, unbedingt.
Diese wunderbare Theaterarbeit mit diesen Schauspielern – Bürgin, Campana, Cerny, Dassing, Ehlert, Hirche, Wolter, Züchner.
Samstag 12.Mai 20:00 Uhr
Montag 14.Mai 19:30 Uhr
Dienstag 15.Mai 19:30 Uhr. Derniere.
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Tage des Übertrittszeugnisses in Bayern. Gezählt.
Wir werden es noch erleben, bei unserer Lebenserwartung und mit unserem aufgeklärten Veränderungsoptimismus: auch in Bayern wird die Unterteilung der Zehnjährigen in “Geeignete” und “Ungeeignete” dereinst der Vergangenheit angehören. Ich sage bewusst “die Unterteilung in Geeignete und Ungeeignete”, denn einem Kind, dem “die Eignung für die Mittelschule” bescheinigt wird, wird in Wirklichkeit das Ungeeignetsein für die Realschule und das Ungeeignetsein fürs Gymnasium bescheinigt. Was für eine prognostische Anmaßung.
Die SZ heute (“Wechsel aufs Gymnasium – Reifeprüfung für Eltern”) gibt den Eltern mit einem “gymnasial geeigneten Kind” Lebenshilfe für die Lösung eines Luxusproblems: welches Gymnasium in München ist für mein Kind geeignet (“Es gibt einige Dinge, auf die es sich zu achten lohnt”).
“Latein oder Englisch?” Ich dachte, wenn ein Kind die “Eignung fürs Gymnasium” bescheinigt bekommt, dann sind sich die Bescheiniger und die Bescheinigten sicher, dass dieses Kind fürs Gymnasium “geeignet” ist, aber “Für Kinder, bei denen nicht ganz sicher ist, ob sie auf dem Gymnasium bleiben, ist es nicht empfehlenswert, mit Latein anzufangen, da diese Sprache auf der Realschule und der Mittelschule nicht unterrichtet wird” (SZ 02.Mai 2012). Was für eine prognostische Absurdität.
Latein. Latein?
Elsbeth Stern, Psychologin und Professorin für Lehr-Lernforschung an der ETH Zürich hat im ZEIT-Gespräch (04.April 2012) das Fragezeichen hinter Latein extra groß gesetzt:
Stern: Ich glaube, dass man seine Identität durch Wissen definiert. Man zeigt, wo man dazugehören will und wo nicht. Das scheint mir auch der einzige Grund, warum man seine Kinder heute noch zum Lateinlernen schickt.
ZEIT: Wie meinen Sie das?
Stern: Latein ist eine Tradition der deutschsprachigen Länder. Die Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg ist derzeit sehr ausgeprägt, und mit Latein als Schulfach kann man sich von der Unterschicht abgrenzen.
ZEIT:Latein verbessert die Sprachkompetenz…
Stern: Durch eine lebendige Sprache würde man dieses Metawissen auch erwerben, und im Gegensatz zum fossilen Latein könnte man sie noch anwenden.
Zeit: Immerhin kann man sich mit Latein viele Fremdwörter erschließen.
Stern: Da brauchten Sie eher Griechisch! …
Und weil der ORBITER BLOGGER für www.schauburg.net schreibt, hier die Probe aufs Exempel: Theater – griech. theatron; Komödie – griech. komoidia; Tragödie – griech. tragoidia; Pathos – griech. pathos; Katharsis – griech. katharos = ‘pur’; Drama – griech. drama;
dramatisch – griech. dramatikos.
Ein Wort noch zum merkwürdigen deutschen Wort ‘Fremdwort’. Was hierzulande ‘Fremdwörter’ genannt wird, sind e u r o p ä i s c h e W ö r t e r , die Engländer sagen dazu ‘hard words’ ( = etwas schwierigere Wörter).
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SCUDERI revisited
Drei Jahre nach der Uraufführung am 18.April 2009, fast auf den Tag genau, Scuderi wieder gesehen, neu entdeckt, diese hinreißende RockMusikTheaterProduktion von den Bananafishbones und Gil Mehmert in der SchauBurg. “Wieder im Spielplan!”, in der SchauBurg ist das nicht einfach nur so eine Wiederaufnahme aus dem Theaterdepot, da wird eine Inszenierung neu aufgeladen, neu durchdacht, neu justiert, und die Besetzung der Martiniere + der Marquise de Maintenon + der Madelon, der Tochter Cardillacs mit Lucca Züchner ist eine Bühnenenergiezufuhr der besonderen Art. “Wieder im Spielplan!”Ich schau mir das nochmal an.
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